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Narzissmus in alltäglichen Begegnungen

Narzisstische Politiker und psychopathische Wirtschaftsbosse richten große Schäden an. Ihnen geht es nicht um die Firma, ihre Partei oder die „Sache“, sondern es geht ihnen ausschließlich um sich selbst. Das ManagerMagazin bezeichnet sie als „Zeitbomben mit Schlips“. link Ein narzisstischer Politiker der sein Land „great again“ machen möchte, dem geht es nicht um die Größe seines Landes. Das Land ist nur Mittel zum Zweck, sich selbst größer zu machen. Spitzepolitiker und Wirtschaftsbosse beeinflussen zwar leider unser Leben, aber direkten Umgang haben wir mit ihnen nicht. Auf Narzissten werden wir sicherlich trotzdem treffen.

Da sie ja in unserer Karrieregesellschaft besonders gut funktionieren, ist die Wahrscheinlichkeit, einen narzisstischen und psychopathischen Chef oder Kollegen zu haben, relativ hoch. Mit ihm wird der Job sicherlich eine Herausforderung ganz anderer Art. Um ihm zu begegnen ist eine gute Portion Selbstvertrauen nützlich, weil er versuchen wird, einen abzuwerten.

Narzissten leiden an ihrem Gefühl der eigenen Wertlosigkeit

Aber Vorsicht vor allzu schnellen Diagnosen. Es gibt viele Check-Listen zu Verhaltensweisen von Narzissten zu finden; beispielsweise im Internet. Meist suggerieren die aber eine Sicherheit, die es nicht gibt, oder bedienen einfach nur ein Klischee. Wenn der erfolgreiche Chef dreimal hintereinander „Ich“ sagt, ist er noch kein pathologischer Narzisst. Dann kann man eventuell eine Tendenz erkennen, aber es ist letztlich das Gesamtbild, das einen Menschen ausmacht. Die Psychologin und Autorin Bärbel Wardetzki sieht Narzissmus nicht einmal primär als Krankheit an, sondern als eine Anpassung der jeweiligen Person an seine Lebensumstände. Der Narzisst trägt große Selbstzweifel und starkes Minderwertigkeitsgefühl in sich. Seine narzisstischen Eigenschaften überdecken und überspielen es, sie schützen den Narzissten vor seiner Angst und seinem Gefühl der totalen Wertlosigkeit. Der Narzissmus ist eine Form der Abwehr. Mit ihm versucht sich der Narzisst/die Narzisstin zu retten. Dazu gehört auch, dass er oder sie sich extrem schnell gekränkt fühlt. Schon die Tatsache, dass eine Therapie den Narzissten helfen könnte, ist eine Kränkung. So suchen sie sich natürlich keine Hilfe und können kein echtes Selbstwertgefühl aufbauen. Wenn es irgendwie gelingt, sie zu einer Therapie zu bewegen, brechen sie diese oft ab und sprechen dem Therapeuten seine Kompetenz ab. Zu schlimm ist es für sie, Einsicht zu finden. Dabei brauchen gerade sie dringend Hilfe. Sie fügen anderen im beruflichen und seelischen Bereich großen Schaden zu. Wenn ihr narzisstischer Schutz bricht, werden sie von ihrem Wertlosigkeitsgefühl gerade zu erschlagen und suchen nicht selten den Ausweg in einem Selbstmord.

Die Beziehung mit einem Narzissten

Im persönlichem Umfeld, besonders in einer „Liebesbeziehung“ kann es sehr ernste Probleme geben. Narzissten wollen keine gleichwertige Beziehung. Sie gehen intensive Beziehungen ein, aber sie lieben ihren Partner nicht als eigenständige Person, sondern er dient lediglich ihrem Ego. Zu diesem Zweck wird der Partner manipuliert und geformt wie es dem Narzissten passt. Er wird von seinem Freundeskreis isoliert und emotional hin und her geschubst. Wird er angehimmelt, belohnt der Narzisst seinen Partner mit Zuneigung. Bekommt er nicht, was er möchte, bestraft er mit sich zurückziehen oder er beleidigt und macht Vorwürfe. Eine Beziehung mit einem Narzissten hat einen typischen Verlauf und es gibt Warnsignale, die im Verliebtsein leicht überhört werden. Oft benutzt er die Gefühle des anderen, um diesen zu erpressen oder zu bedrohen. Eine gemeine, hinterhältige Strategie, die leider auch von nicht-Narzissten benutzt wird, um zu bekommen, was sie wollen. Es ist eine Form von emotionalem Missbrauch.

Gaslighting, eine gefährliche Form des Psychoterrors

Eine besonders extreme Version des Manipulierens ist das Gaslighting. Hier wird das Selbstbewusstsein des Partners/der Partnerin durch Desinformation, geplante Inszenierungen und emotionale Erpressung zerstört. Der Begriff stammt aus dem Film „Gaslight“ in dem diese Form von Psychoterror zum ersten Mal thematisiert wurde. Das Opfer wird nach und nach in einen Zustand geführt, in dem es anfängt, an seinen Sinnen zu zweifeln und sich für wahnsinnig zu halten. Die Folgen von Gaslighting sind schwere Depressionen, Dissoziative Störung und posttraumatische Belastungsstörung. Hier ist ein Interview mit einer Betroffenen. link

Hilfe finden

Der junge Verein „Hilfe für Opfer von Narzissten“ link bietet umfangreiche Informationen, Erfahrungsberichte und Unterstützung an.

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