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Umberto Eco,
ist mit dem Roman „Der Name der Rose“ bekannt geworden.

Seine Bücher sind in alle großen Sprachen übersetzt worden. Er wurde im Januar 1932 in Alessandria in Italien geboren. Seine besondere Liebe zu Büchern entwickelte sich früh: Sein Großvater beschäftigte sich mit Buchbinderei und so lagen viele Bücher im Haus herum, bereit, von ihm erkundet und erforscht zu werden. Auch seine Großmutter las sehr viele Bücher und gab einige davon an Umberto weiter.

Er begann bald damit, sich eine eigene Bibliothek einzurichten, die bis zu seinem Lebensende stetig wuchs. Er sammelte Bücher. Er schrieb sogar ein Buch über die Liebe zu Büchern. Für ihn sind Bücher nicht nur Datenträger, sondern spiegeln die Geschichte des menschlichen Geistes über Jahrhunderte wieder. Sie sind schützenswert, wie es auch seltene Tiere sind. Eine ganze Kultur steht auf dem Spiel, wenn Bücher vom Aussterben bedroht sind.

Ein Bild, mit einem Zitat von Umberto Eco

Wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher. Die Kunst des Bücherliebens link  für diejenigen, die ihre Bücher nach dem Lesen weiterhin besitzen wollen und sie deshalb gern im eigenen Regal stehen haben.

Eine Kindheit zwischen Faschismus und Wiederstand

Eco wuchs im italienischen Faschismus auf, in dem er gezwungen wurde, Uniformen anzuziehen und an faschistischen Feiern teilzunehmen. 1943 zog seine Familie – Umberto war grade 12 Jahre alt – in das Dorf Nizza Monferato im südlichen Piemont, um dort Schutz vor den Bombardierungen des Weltkrieges zu finden. Am selben Ort versteckten sich auch die Partisanen der Resistenza und flohen von dort aus in die Berge, wenn die Faschisten kamen. Eco sagt später: Wir Kinder hielten es mit dem Widerstand, weil im Widerstand die Leute waren, die wir kannten. Er bekommt Gefechte mit. In einigen seiner Romane schreibt er direkt und indirekt über seine Kindheit, insbesondere über die Zeit in dem Bergdorf.

1948 begibt er sich nach Turin und beginnt dort ein Studium der Literaturgeschichte und der Philosophie. Kurze Zeit nach seinem Studium erscheint sein erstes Buch. Es ist seine Dissertation in erweiterter Form (Das ästhetische Problem des heiligen Johannes).
Auch wenn Umberto katholisch aufgewachsen ist und regelmäßig an religiösen Zeremonien teilnahm, sieht er Religionen sehr kritisch. Seine Beziehung zur religiösen Welt beschreibt er als eine sentimentale. Er sagt: Das Mittelalter war der Weg, über den ich den Glauben aufgegeben habe. Mit meinem ersten Buch.

Experimente in der neuen elektronischen Musik

Nach dem Studium fängt er bei einem jungen Fernsehsender in Mailand zu arbeiten an. Seine Aufgabe ist das Aufbauen eines Kulturprogramms. Er lernt das gerade entstehende Massenmedium Fernsehen kennen – und experimentelle Musik. Über seinem Büro befindet sich das Labor für experimentelle Musik. Umberto sagt, er sei die meiste Zeit da oben gewesen. Geleitet wird das Labor von den Komponisten Luciano Berio und Bruno Maderna, beide Wegbereiter der elektronischen Musik. Andere Musiker kommen und gehen. Sie diskutieren über die zeitgenössische und die serielle Musik, über Grundfragen der Sprachwissenschaft und Phonologie. Und sie experimentieren. Berio wohnt mit seiner Frau, der Sängerin und experimentellen Komponistin Cathy Berberian, in der Nachbarschaft Umbertos. Sie essen abends oft zusammen. Umberto schlägt Cathy vor, die Lautmalerei der Comics in einem Werk zu verwenden. Er durchsucht seine Comicsammlung nach Onomatopoeia und gibt sie an Cathy weiter. Cathy macht daraus ihr Werk Stripsody.

Nach drei Jahren beim Fernsehen bekommt Umberto Eco eine neue Arbeit beim Verlag Bompiani, wo er nun das Lektorat für die Sachbücher übernimmt. Er ist in einer Gruppe von Schriftstellern aktiv, die sich Gruppo 63 nennt. Zusammen bringen sie mehrere Zeitschriften raus.

1962 erscheint sein Buch Das offene Kunstwerk. link  Mit diesem Buch macht er sich als Kulturtheoretiker einen Namen. Ein Jahr darauf beginnt er seine akademische Karriere als Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation. Später wird er Professor für Semiotik und lehrt an der Universität Bologna. Er schreibt ein Buch, welches als ein Standardwerk der Semiotik gilt. Einführung in die Semiotik link  Im Lauf seines weiteren Lebens bekommt er 39 Ehrendoktorwürden von verschiedenen Universitäten verliehen, in Deutschland von der Freien Universität Berlin. Dazu kommen noch einige Auszeichnungen von verschiedenen Ländern, unter anderem das große Verdienstkreuz mit Stern aus Deutschland.

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